Emanuel Vogt (* 1925 in Schwabach; † 2007) war ein deutscher Kirchenmusiker, Komponist und Stadt- und Bezirkskantor.

Er wurde im Jahr 1925 im mittelfränkischen Schwabach geboren. Seine musikalische Begabung wurde früh erkannt, und so er erhielt zunächst Posaunen- und Klavierunterricht bei Oskar Stollberg.
1942 begann seine Ausbildung an der Kirchenmusikschule Berlin-Spandau; dort studierte er Tonsatz bei Ernst Pepping, Chorleitung bei Gottfried Große und Orgel bei Herbert Schulze.
1946 übernahm er eine Stelle eines nebenamtlichen Organisten und Chorleiters in Thurnau/Oberfranken und wechselte 1956 als Kantor und Organist nach Forchheim. Er legte in dieser Zeit die B-Prüfung für das Hauptamt im kirchenmusikalischen Dienst in der Kirchenmusikschule Bayreuth ab. Hier wurde die weitere musikalische Entwicklung Emanuel Vogts vor allem durch den Tonsatzunterricht bei Ewald Weiss (selbst ein Ernst Pepping-Schüler) geprägt.
1961 trat er das Amt eines Stadt- und Bezirkskantors in Windsbach an und wirkte parallel einige Jahre als Musiklehrer für liturgische Stimmbildung und liturgisches Singen am ehemaligen Missionsseminar Neuendettelsau.
Dort fanden auch seine ersten Psalmvertonungen durch den eigens gegründeten Psalmenchor Eingang in Gottesdienste und in die wöchentlichen Andachten der Studenten*. Inspirierend für die ersten Psalmen waren besonders die Eindrücke der Psalmengesänge der burgundischen Bruderschaft in Taizé im Jahr 1963.
*Es handelte sich ausschließlich um Männer
1982 wurde Emanuel Vogt der Titel eines Kirchenmusikdirektors (KMD) verliehen. In Windsbach war er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1989 tätig. Sein musikalisches Schaffen endete mit der Pensionierung freilich nicht.
Angeregt durch die Freundschaft mit Karl Friedrich Beringer, Leiter des Windsbacher Knabenchores und Nachfolger Hans Tamms, entstanden zahlreiche weitere Psalmvertonungen. Die Psalmen, gemeinsam mit denen Helmut Duffes, etablierten sich als die „Windsbacher Psalmen“ und wurden fester Bestandteil des Repertoires des Windsbacher Knabenchors. Sie werden u. a. in der „Lorenzer Motette“ in Nürnberg bis heute regelmäßig gesungen.
Die „Windsbacher Psalmen“ sind außerdem in zahlreichen Aufnahmen und Veröffentlichungen auf Tonträgern zu hören.
Im Rahmen der gesamten kompositorischen Arbeit Emanuel Vogts entstanden auch zahlreiche Werke für Orgel, Bläser, Frauen- und gemischten Chor und gemischte Ensembles. Er hat das kirchenmusikalische Leben weit über seine Wirkungsstätten hinaus geprägt.
Seit März 2026 befindet sich die Sammlung von Kompositionen und Bearbeitungen im Besitz des Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Nürnberg. Sie wird dort in den Bestand aufgenommen und ist dann der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem ist sie in diesem digitalen Verzeichnis mit über 2.000 erfassten Katalognummern zusammengefasst.
Johannes Vogt-Krause im Juli 2026